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Was bei der Fondsauswahl zählt
Die Fondsauswahl ist einer der wenigen Bereiche der fondsgebundenen Lebensversicherung, auf den Versicherungsnehmer direkt Einfluss haben. Gleichzeitig ist sie der Bereich, der langfristig den größten Renditeunterschied ausmacht – weit mehr als die Unterschiede zwischen verschiedenen Anbietern.
Die übergeordnete Struktur der fondsgebundenen Lebensversicherung und ihre Kostenstruktur erklärt: Fondsgebundene Lebensversicherung – Chancen, Risiken, Kosten.
Aktiv gemanagte Fonds vs. ETFs
Der wichtigste Entscheid bei der Fondsauswahl ist: aktiv gemanagte Fonds oder passive Indexfonds (ETFs)?
Aktiv gemanagte Fonds haben professionelle Fondsmanager, die versuchen, besser als der Markt abzuschneiden. Langfristige Studien (z. B. SPIVA-Berichte von S&P) zeigen, dass die Mehrheit aktiver Fonds ihren Vergleichsindex über 10–15 Jahre nicht übertrifft – aber signifikant höhere Kosten (TER) aufweist.
ETFs (Exchange Traded Funds) bilden einen Index passiv nach, haben sehr niedrige Kosten (TER 0,1–0,2 %) und übertreffen statistisch die meisten aktiven Fonds nach Kosten. In fondsgebundenen Lebensversicherungen sind ETFs nicht überall verfügbar – aber moderne Policen bieten inzwischen gute ETF-Auswahlen.
Fondsauswahl nach Kriterien
| Kriterium | ETF | Aktiv gemanagter Fonds |
|---|---|---|
| TER (Jahreskosten) | 0,1–0,2 % | 1,0–2,5 % |
| Renditeprognose (nach Kosten) | Marktrendite – TER | Oft unter Marktrendite nach Kosten |
| Transparenz | Hoch (Index bekannt) | Gering (Manager-Entscheide) |
| Risikostreuung | Automatisch (Index-breit) | Abhängig vom Fondsmandat |
| Verfügbarkeit in der Police | Nicht überall | Meist breite Auswahl |
| Langfristige Outperformance | Statistisch wahrscheinlicher | Statistisch unwahrscheinlich |
TER und der Zinseszinseffekt
Die TER wirkt über lange Zeiträume erheblich. Ein Unterschied von 1,5 % TER klingt klein – über 25 Jahre summiert sich er sich zu einem massiven Renditeunterschied. Als Faustformel: 1 % TER kostet über 25 Jahre bei einer Ausgangsanlage von 50.000 Euro und 6 % Bruttorendite ca. 20.000–25.000 Euro Endvermögen.
Fondswechsel innerhalb der Police (Switch)
Ein wesentlicher steuerlicher Vorteil der fondsgebundenen Lebensversicherung ist, dass Fondswechsel (Switches) innerhalb der Police steuerneutral sind. Das bedeutet: Sie können Gewinne im Fonds A realisieren und in Fonds B umschichten, ohne sofort Kapitalertragsteuer zu zahlen. Die Steuer fällt erst bei Auszahlung der Police an – und dann eventuell nur auf die Hälfte des Ertrags (12/62-Regel). Außerhalb einer Versicherungshülle würden bei jedem Fondstausch sofort 25 % Abgeltungsteuer anfallen. Mehr dazu: Lebensversicherung und Steuer – Was Sie wissen müssen.
Anlagehorizont und Risikoklasse
Die Fondsauswahl sollte zum Anlagehorizont passen:
- Über 15 Jahre Restlaufzeit: Höherer Aktienanteil vertretbar. Kurzfristige Schwankungen haben Zeit, sich zu erholen.
- 5–15 Jahre Restlaufzeit: Schrittweise Umschichtung zu konservativeren Fonds (Mischfonds, Rentenfonds).
- Unter 5 Jahre Restlaufzeit: Kapitalerhalt wichtiger als Wachstum. Sichere Anlagen bevorzugen. Viele Versicherer bieten ein automatisches Ablaufmanagement an.
Ablaufmanagement
Viele Versicherer bieten ein automatisches Ablaufmanagement: Ab einem definierten Zeitraum vor Vertragsablauf (z. B. 5 Jahre) wird das Kapital schrittweise aus risikoreichen in risikoarme Fonds umgeschichtet. Dies reduziert das Risiko, kurz vor der Auszahlung von einem Börsencrash getroffen zu werden – kostet aber mögliche Renditechancen in der Restlaufzeit.